Referertrick – Referer-Spam mit System

Referer-Spam ist ja nichts Neues, dazu habe ich schon vor einiger Zeit etwas geschrieben.

Gefälschter Referer -> Spam

Der Referer wird normalerweise beim Aufruf einer Seite vom Web-Browser des Benutzers an den Webserver im sogenannten HTTP-Request mitgeschickt, kann aber ebenso fehlen oder sonst irgendwie verändert sein. Da diese Information beliebig gesetzt werden kann, ist nicht gewährleistet, das sie auch stimmt. Genau solche „gefälschten“ Referer machen sich Spammer zu Nutze und setzen den Refefer auf eine Seite, von der gar kein Link auf die aufgerufene Seite zeigt.

Spamziel -> Neugierige Webmaster und öffentliche Statistik

Was hat ein Spammer nun von so einem auf eine „beworbene“ Seite zeigenden, falschen Referer? Zwei Aspekte spielen dafür eine wichtige Rolle.

Zum einen die Neugier des Webmasters, der gerne wissen möchte, wer denn da und warum auf die eigene Seite verlinkt. Damit hat die bespammte Seite schonmal einen Besucher mehr. Ich gebe zu, ich gucke da auch manchmal nach, woher die Links kommen :-)

Zum anderen gibt es Webseiten, die ihre Zugriffsstatistik öffentlich einsehbar auf einer Seite bereitstellen. Meist gibt es da auch einen Bereich mit der Herkunft der Besucher, als der referenzierenden Webseite, die dann oft sagar als Link ausgegeben werden. Über die Bedeutung von Links im allgemeinen und für das Suchmaschinen-Ranking im besonderen brauche ich wohl keine großen Worte verlieren.

Referer-Spam mit System

Seit ein paar Tagen, konkret seit dem 18. März, befinden sich in meinen Log-Dateien Referer von der Seite referertrick.com (seit kurzem auch mit .de).
Die Zugriffe kommen bisher von den drei IP-Adressen 87.118.82.66, 87.118.82.104 und 87.118.116.23. Ich habe noch etwas „zurückgeblättert“ und festgestellt, daß es bereits im Dezember 2009 ein paar Zugriffe von einem Bot namens „SourceSpider/2.1“ über die IP 87.118.82.66 gab. Im Januar wurde vermutlich eine Testlauf gestartet, da tauchte dieser Server mit „Kunden-Referer“ auf.

Auf der referertrick-Webseite heißt es ganz unverblümt:

Wir senden HTTP-Pakete an alle Webseiten des Internets. Dabei wird Ihre Webseite als Referer aufgelistet.
Die Inhaber dieser vielen (teilweise Millionen) anderen Webseiten glauben daher, dass Sie auf diese Webseite verlinken würden, und besuchen Ihre Webseite aus Neugierde.
Jeder Besucher ist ein potentieller Kunde, ganz zu schweigen von der Suchmaschinen-Optimierung durch die vielen Statistik-Links!

Geld verdienen im Internet

Das Ganze klingt natürlich erstmal nach einer cleveren Geschäftsidee. Ich halte es allerdings für eine weitere Art von Spam, die irgendwann nur nervig ist.

Irgendwie paßt das auch ganz gut zum aktuellen Thema des Webmasterfridays „Was ist die richtige Linkbuilding-Strategie?“ :-)
Allerdings denke ich, daß dieser Art gekauftes „Linkbuilding“ über gefakte Referer auf Statistikseiten keine gut Strategie ist.

Google-Analytics und externe Statistik nicht betroffen

Wenn sich nun jemand wundert, daß bei ihm noch keine Referertricks angekommen sind, liegt es vielleicht daran, das die Statistik nicht über die Serverlogdatei funktioniert oder direkt auf dem Server läuft. Technisch bedingt sind keine Statistik-Tools betroffen, die extern per Javascript oder „Zählerpixel“ eingebunden werden. Der Referertrick-Bot führt, davon gehe ich einfach mal aus, schließlich kein Javascript aus oder lädt per IMG-Tag eingebundene Grafiken nach. Somit sehen Statistik-Tools wie Google-Analytics, WordPress.com Stats oder auch Piwick diese falschen Referer erst gar nicht.

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Reaktionen zu “Referertrick – Referer-Spam mit System” (8)

  1. […] aufgerufen, ihre Meinungen zum Thema Linkaufbau kund zu tun. Bisher hat Schnurpsel auf ‘Referertrick – Referer-Spam mit System‘ angesprochen, dass Linkbuilding durch Spam (in diesem Fall gefakter Referer) letztendlich […]

  2. Hi !

    Viellеiсht sollte man den Linkaufbau der Seite nicht noch mit einem Link aus diesem Beitrag heraus unterstützen….

  3. Naja, der Link ist zumindest aus Sicht einer Suchmaschine wertlos. Insofern kommen bestenfalls ein paar normale Besucher von hier aus dorthin und soviele werden das nicht sein.

  4. Kann man den Refertrick.de/com nicht an Google melden? Er setzt ja bezahlte Backlinks

  5. Klar könnte man, aber ich denke, daß die Links, die über die öffentlichen Statistik-Seiten generiert werden, kaum einen Wert für Google haben. Schließlich sind das praktisch Linklisten ohne jegliche, inhaltliche Relevanz.

    Zudem wird Google vermutlich auch wissen, das es diese veröffentlichten Referer-Links auf Statistik-Seiten gibt, und diese dann eh nicht beim Ranking berücksichtigen.

  6. Und die Welle rollt wieder, diesmal ein anderer Betreiber, aber glеiсhes Skript.
    Offenbar wird es diemal mit „Werbung“ auf einen ganzen Domainpool versucht der 301er HTTP Weiterleitungen auf eine einzelne tatsächliche Zielseite versucht.

    Schräge Nummer, und mit Sicherheit kein guter Stil. Mal sehen wie das Google & Co honorieren.

    Siehe http://blog.my-warehouse.de/archives/2215

  7. Ich finde das auch ziemlich schräg…und finde es gut das man dagegen auch etwas unternimmt wie H.P. schon genannt hat.
    Das ist ja eigentlich eine ganz linke Nummer. Davon wusste ich bisher auch noch nichts.

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