Das Putzlowitsch Test- und SEO-Blog

Vergeßt die Bildersuche, Google ist überfordert

Die Hotlinkfarmen boomen

bidox – Gewinner der Woche 40/2015

Vorbemerkung: Es geht hier um die Google-Bildersuche bei google.de. Allerdings ist die englische Bildersuche bei google.com auch betroffen.

Das sind die Gewinner der letzten Woche im Bilder-Domain-Index (Bidox). Alle Domains habe ihren bidox-Wert aus den Nichts erreicht, wobei in der Liste nur Seiten angezeigt werden, die mindestens einen Wert von 10 erreicht haben. Für fotomega.xyz ging es sogar von 0 auf über 100, aber diese Website ist bereits Geschichte.

So einen steilen Aufstieg in der Google-Bildersuche erreicht man in der Regel nur mit vielen Hotlinks auf topplatzierte Bilder. Diese Hotlink-Farmen sind nicht neu, sie haben nun aber das System perfektioniert.

Nur die Top-Bilder zählen

Für die Hotlink-Spammer sind natürlich nur die Top-Bilder lukrativ, weil man mit diesen nich nur in der Bildersuche selbst, sondern auch in der Bilderbox der organischen Suche oder im Knowledge-Graph mitmischen kann. So sieht dann das Ergbnis aus:

Google-Bilderbox: Blumen

Im ersten Beispiel „Blumen“ zeigen alle vier Bilder der Bilder-Box auf die Hotlinkfarm geburtstag5.tk.

Google-Knowledge-Graph: Pasta

Beim Knowledge-Graph für „Pasta“ wurden zwar nicht alle Bilder von den Hotlinkern gekapert, aber man sieht schon das neue Konzept der wechselnden Sub-Domains. Zwei Bilder zeigen auf un.fotosg.xyz, ein anderes auf tres.fotosg.xyz. Jetzt, wo ich diesen Artikel hier schreibe, werden bereits alle Seiten auf die neue Domain fotoweb.xyz umgeleitet.

Domain wechsle dich

Um gar nicht erst von möglichen Antispam-Maßnahmen behelligt zu werden, wird praktisch täglich die Subdomain und nach ein paar Tagen auch die Hauptdomain gewechselt. Sollte jemand bei Google einen Spam-Report oder gar eine DMCA-Beschwerde einreichen, ist die Hotlink-Farm längst auf eine neue Domain umgezogen und kann ungestört weitermachen, bevor da überhaupt etwas bearbeitet wurde.

Die Seiten laufen, soweit ich das gesehen habe, mit WordPress. Da ist so ein Sub-/Domainwechsel sehr einfach zu bewerkstelligen.

Wordpress-Einstellungen: URL

Nachdem man die neue Domain registriert und auf den Webspace aufgeschaltet hat, muß man nur noch in den Allgemeinen Einstelluneg die gewünschte Domain oder Subdomain bei WordPress-Adresse und Website-Adresse eintragen. Fertig ist die Laube, um alles andere inklusive Weiterleitung der Zugriffe auf die alte Domain zur neuen Domain kümmert sich WordPress.

Geld verdienen leicht gemacht

Die Hotlinkfarmen werden selbstverständlich nicht nur zum Spaß aufgebaut oder um Bilder-Menschen wie mich zu ärgern. Man kann mit den Hotlinks prima Geld über Werbung verdienen.

So sieht eine der .xyz-Seiten aus, wenn man sie besucht. Es gibt ein bißchen schlecht (automatisch) vom Türkischen ins Deutsche übersetzten Text und natürlich die per Hotlink eingebundenen Bilder, teilweise per display:none versteckt.

Dazu kommen für die interne Verlinkung „Related posts“, „Recent Posts“, „Archives“, „Categories“ und „Zufällige Bilder“. Im Archiv kann man übrigens sehen, wann die Hotlink-Farm an den Start gegangen ist. Der erste „Artikel“ ist vom 3. August 2015.

Zum Geldverdienen dürfen auch Werbveblöcke nicht fehlen, davon findet man bescheidene drei auf der Seite.

Ich weiß zwar nicht, wieviel so eine .tk- oder .xyz-Domain in der Türkei kostet, aber selbst wenn die Domain nach wenigen Tagen verbrannt ist, dürfte sie in dieser Zeit locker das Geld plus einen guten Gewinn eingespielt haben.

Ist Google machtlos?

Es ist ja wirklich toll, wie rührig sich Google bemüht, Spam aus den organischen Suchergebnissen fernzuhalten. Da gibt es immer wieder neue Updates mit putzigen Tiernamen und die Spammer bekommen das große Zittern.

Wer sich allerdings auf Bilder-Spam mit Hotlink-Farmen spezialisiert hat, kann sich schon seit Jahren entspannt zurücklehnen. Im Bereich der Bildersuche muß man da nichts befürchten.

Google-Bilderbox: Enduro

Im Gegenteil, ich habe sogar den Eindruck, daß es seit einiger Zeit viel schneller als früher möglich ist, ein Bild per Hotlink in den Suchergebnissen zu übernehmen. Gerade bei Bildern in der Bilder-Box oder im Knowledge-Graph passiert das fast in Echtzeit.

Dabei wäre die Spamerkennung bei den großen Hotlink-Farmen denkbar einfach. Wenn eine Website in kurzer Zeit Bilder von vielen unterschiedlichen Domains einbindet, dann sollte bei Google eine rote Spam-Warn-Lampe angehen.

Und warum muß ein Bild immer sofort auf eine neue Seite in den Suchergebnissen verweisen, wenn es irgendwo auf einer neuen Seite auftaucht? Stellt eine Seite, nur weil sie neu ist, einen größeren Mehrwert für den Besucher dar?

Ich denke nicht, daß Google bei dem Problem des Bildersuche-Spams machtlos ist, zumal es aus meiner Sicht recht starke Signale für Bilderspam gibt.

Google kümmert sich einfach nicht um die Bildersuche und dreht lieber im 127. Panda-Update an Stellschraube 68, so daß möglicherweise 0,03% weniger Spam bei den organischen Suchergebnissen zu finde ist.

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Update in der Google-Bildersuche gegen Hotlink-Spam

Google kickt Hotlinkfarmen aus der Bildersuche

Bidox: Google nullt Hotlink-Farmen

Aufgefallen war es mir schon vor ein paar Wochen. Google scheint im Kampf gegen Bilder-Spam Fortschritte zu machen. Viele neue Hotlink-Farmen oder Websites mit Bildkopien werden bereits nach ein bis drei Wochen genullt, also aus dem Bildersuche-Index entfernt. Hier ein paar Beispiele:

Die Seiten BilderDe und 1Pics sind klassische Hotlink-Farmen, die Seite Xeon24 ist eine Wallpaper-Site und verwendet Bildkopien.

Ein paar Seiten, die schon länger oben mitmischen, wurden bereits vor einigen Wochen aus der Bildersuche entfernt.

Google hat offensichtlich das Problem Bilder-Spam mit Hotlinks oder Bildkopien besser im Griff. Andererseits dürfte auch bei einem Überlebenszeitraum von nur wenigen Wochen einer Hotlink-Farm für deren Betreiber genug Gewinn durch Werbeeinnahmen anfallen.

Ich gehe davon aus, daß sich Hotlinking auch weiterhin lohnt und immmer wieder neue Bilder-Farmen enstehen werden.

Vebidoo immer noch im Rennen

Vebidoo

Einer der großen Bilder-Hotlinker rankt aber immer noch fröhlich weiter, und das obwohl die Website Spamtechniken, wie z.B. durch Layer versteckte Elemente, verwendet. Das hatte ich bereits vor gut einem Jahr festgestellt:

Bilder unter Layer versteckt

Bilder unter Layer versteckt

Da werden Bilder unter einem Layer versteckt, die der Nutzer nicht sieht, der Google-Bot aber schon. Wie sonst könnten diese Seiten für die Bilder in der Bildersuche ranken.

Die Seite („Hier klicken…“), wo die Bilder dann tatsächlich zu sehen sind, ist natürlich per „noindex“ entwertet. Klar, die sollen ja auch nicht in der Bildersuche auftauchen, sondern nur die Seiten mit den versteckten Bildern. Man hofft ja, nehme ich an, daß die Leute auf den Werbelink klicken bzw. sich „verklicken“, wenn sie zur Bilderseite wechseln wollen.

Aus meiner Sicht sind das Techniken, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen und somit gehört die Website eigentlich auch nicht in die Bildersuche. Vielleicht merkt Google das ja auch irgendwann und alles wird gut. :-)

Endlich mal ein Google-Update für die Bildersuche

Nach den vielen Updates, die in der normalen Suche die Qualität der Suchergebnisse verbessern sollen (Panda, Penguin usw.), gibt es endlich auch mal ein Update für die Bildersuche. Das läßt hoffen, daß bei Google die Bildersuche etwas mehr in den Fokus gerückt ist.

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Googles Manuelle Maßnahme „Nicht übereinstimmende Bilder“

Gegen den Spam

Google kämpft gegen Spam und das mit allerlei Maßnahmen.

Ich zum Beispiel kämpfe gehen Bilder-Hotlinking und Bilderklau. Mein Kampf um meine eigenen Bilder könnte nun aber aus Googles sicht ein Verstoß gegen die Webmaster-Richtlinien und deshalb Spam sein. So muß ich mit der Manuellen Maßnahme „Nicht übereinstimmende Bilder“ rechnen.

Dort heißt es unter anderem:

„Wenn Sie diese Meldung auf der Seite für Manuelle Maßnahmen sehen, werden einige der Bilder Ihrer Site möglicherweise in Google-Suchergebnissen anders angezeigt, als auf Ihrer Site. …“

und weiter

… Stellen Sie sicher, dass Ihre Site Nutzern sowohl auf Ihrer Site als auch in den Ergebnissen der Google-Bildersuche genau die gleichen Bilder zeigt. Dieses Verhalten wird möglicherweise durch „Anti-Hotlinking-Tools“ verursacht. …

Genau, Anti-Hotlinking-Tools, sowas verwende ich auch.

Gegen das Hotlinking

Das Prinzip ist einfach. Wenn jemand eines meiner Bilder hotlinkt, dann ermittle ich anhand des Referers, ob der Zugriff von einer bösen Seite kommt. Falls ja, wird ein anderes Bild angezeigt, als normalerweise.

Da Google aber normalerweise gar keinen Referer beim Abrufen der Bilder mitsendet, sieht der Bot das Original-Bild. Der Nutzer der Hotlinkenden Seite aber sieht mein Ersatzbild.
Und das ist aus Googles Sicht nun eine manuelle Maßnahme, sprich Abstrafung wert. Super.

Gegen den Bilderklau

Ich mach aber bei einigen Bildern seit ein paar Jahren noch etwas ganz Böses. Ich zeige tatsächlich dem Google-Bot ein anderes Bild als dem Nutzer. Das heißt, so wirklich anders ist es nicht. Wenn man es betrachtet, würde man wohl keinen Unterschied sehen, denn ich zeige dem Nutzer ein Bild mit einer etwas stärkeren JPEG-Kompression. Aber es ist halt eine andere Datei.

Meine Idee dabei ist, das falls ein Bild geklaut wird, die Kopie nicht direkt mein Bild in den Google-Suchergebnissen ersetzt. Das passiert üblicherweise recht schnell, wenn eine Bild 1:1 kopiert wird, also es die identische Datei ist. Da der Google-Bot auf der Seite mit dem geklauten Bild aber eine andere Datei sieht, wird er meine Seite nicht so schnell durch die Klauerseite ersetzen.

Das wäre alles nicht nötig, wenn…

… Google es endlich mal schaffen würde, Hotlinks und geklaute Bilder nicht so gut ranken zu lassen. Letztes Beispiel zum Theme Bildersuche und Ergebnisqualität ist eines meiner Bilder, das sogar das Top-Bild im Knowledge-Graph ist.

Google-Knowledge-Graph Birne (Bilderdieb)

Man landet beim Klick auf die Birne auf einer tollen, hochwertigen Seite (Screenshot).

Also bitte Google, verbessere die Ergebnisqualität in der Bildersuche und ich muß nicht mehr mit allerlei Tricks um meine Bilder kämpfen.

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Ein Hallo vom SEO-Manager

Gestern erhielt ich folgende E-Mail:

Hallo,

Ich werde diese Gelegenheit nutzen, um mich vorzustellen.
Mein Name ist Betty Knopf* ich arbeite als SEO Manager für bestewebsiteverwicklung.com*

Ich mache eine Recherche für einen meiner Partner und dabei bin ich auf %youriste% gestoßen.
Ich habe einige interessante Vorschläge für Sie und ich möchte Ihnen weitere Informationen darüber geben.

Als SEO-Experte betreue ich viele Qualität Websites, die zu Ihrer Seite passen könnten und Ihrer Webseite zu höheren Rankings & Besucherzahlen zu verhelfen.

Wenn Sie daran interessiert sind, würde ich mich freuen, Ihnen zusätzliche Informationen und alle erforderlichen Details zuzusenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Betty Knopf*
betty@bestewebsiteverwicklung.com*
bestewebsiteverwicklung.com*

* Name geändert

Wer findet den Fehler? :-)

Die E-Mail ging übrigens an meine Kontakt-Adresse bei hbgf.de.

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Google Apps Probeaccount – Spam, Phishing oder was?

Komische E-Mails

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail mit Zugangsdaten für einen „Google Apps Professional Edition„-Probezugang. Da diese E-Mail an eine nicht existierende Adresse ging und ich auch mit einem „integrierten Angebot für Unternehmen“ nichts anfangen kann, schließlich bin ich keine Firma, habe ich die Sache als Spam oder Phishing beiseite gelegt.

Heute kam dann diese freundliche Erinnerung:

Hello,

We hope this sample account has helped your business evaluate Google Apps. This is just a friendly reminder that your sample account will expire in 4 days on Sep 25, 2011.

Thanks again,
The Google Apps Team

Auch diese ging an dieselbe, nicht existieren E-Mail-Adresse und auch hier gab es als Anrede nur ein „Hello“, keinen Namen. Aber bei soviel Hartnäckigkeit wollte ich nun doch mal sehen, was dahinter steckt.

Alles echt?

Soweit ich das beurteilen kann, kommen die E-Mails tatsächlich von Google. Im Mail-Header findet man als Ausgangspunkt folgende Stationen:

  • gye5.prod.google.com
  • wpaz13.hot.corp.google.com
  • smtp-out.google.com

So ähnlich sieht das auch bei einer E-Mail aus, die ich vom Google-Support zu einem AdWords-Problem erhalten hatte.

Die Loginseite gibt es wirklich, sie liegt auf www.google.com mit einem gültigen SSL-Zertifikat. Der Login funktioniert mit genau der angegebene Subdomain allysonschnurpselde.sample-ga.com, alle Abweichungen erzeugen eine Fehlermeldung.

Die Domain sample-ga.com führt zwar nur ins Nichts, ist aber eine von „Google Inc. Mountain View CA 94043“ registrierte Domain.

Nach dem erfolgreichen Login landet man im Dashboard:
Google-Apps: Dashboard

Sieht erstmal aufgeräumt aus, alle Menüpunkte lassen sich auswählen und führen zu entsprechenden Unterseiten, wie z.B. Settings. Nur beim Aufruf der Punkte „Organization & users“ und „Groups“ wurde ich zu einer „Verify your account„-Seite umgeleitet. An der Stelle bin ich dann ausgestiegen. Meine Mobilfunknummer gebe ich nicht irgendwo zum Spaß ein.

Ich bin ratlos

Alle technischen Parameter sprechen dafür, daß die Sache tatsächlich von Google kommt. Was mich aber etwas ratlos macht ist die Tatsache, daß die E-Mail an eine geratene E-Mail-Adresse auf Verdacht an eine Domain geschickt wurde. Immerhin richtet sich das Angebot an Unternehmen und schnurpsel.de ist gewiß keine Firma.

Sollte es etwa daher kommen, daß ich in den letzten Wochen ein paar AdWords-Anzeigen für simsalaseo und JahresendSEO geschaltet hatte? Das könnte für Google ein Indiz dafür gewesen sein, daß schnurpsel.de ein Unternehmen sein könnte. Wer schaltet denn auch nur zum Spaß AdWords-Anzeigen? :-)

Warum wurde dann aber diese E-Mail nicht an meine bei AdWords hinterlegten Daten geschickt, sondern an eine zufällige Adresse und ohne Anrede? Sowas ist ja ein typische Muster für Spam- und Phishing-Mails.

Wie auch immer, ob das nun alles mit rechten Dingen zugegangen ist oder nicht ist egal. Ich brauche zumindest keine „Google Apps Professional Edition“ für mein nicht existierendes Unternehmen. Und Geld soll es dann auch noch kosten:

Like what you’ve seen? Get Google Apps for your business for €40.00 per user per year

Also doch Spam? :-)

Update 26. September:
Nachdem nun der alte Probeaccount gestern abgelaufen war und heute tatsächlich nicht mehr existiert, gab es gleich einen neuen. Diesesmal ist der Name noch abstruser:

chalupanrzqcschnurpselde.sample-ga.com

Irgendwas läuft da schief. Entweder ist doch alles nur ein Fake, dann aber sehr aufwändig gemacht, oder Google mutiert langsam zum Spam-Versender.

Update:
Wie ich gerade gesehen habe, kann sich praktisch jeder für so einen Probeaccount anmelden. Ich weiß zwar nicht genau wie, aber möglicherweise könnten Spammer das geschickt ausnutzen, um E-Mail-Adressen zu verifizieren. Zumindest sind die zwei E-Mail-Adressen, an die das bisher bei mir ging, typische, geratene Adressen, wie Spamversender sie oft verwenden.

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