Das Putzlowitsch Test- und SEO-Blog

Google Bildersuche Wochenrückblick 2016/09

Die Bidox-Aufsteiger der Woche

bidox Gewinner KW 09/2016

Was sofort auffällt, es gibt nur eine der üblichen .tk/.xyz-Spam-Domains bei den Wochengewinnern. Da es stramm auf Ostern zugeht, waren Domains wie easter2016.tk zu erwarten gewesen. Bis Ostern wird die Website nicht überleben, würde ich sagen. Aber es gibt ja noch viele andere freie .tk-Domains.

Der Aufsteiger der Woche ist allerdings gera-ident.de, ein mittelständisches Unternehmen auf dem Gebiet von Identifikationsprodukten und –lösungen (passive HF- und UHF-RFID).

Bidox 2016/09: gera-ident.de

Von 0 auf gut 22 Bidox-Punkte, das ist ein steiler Aufstieg, der aber bei mir die Alarmglocken klingeln läßt. Und tatsächlich haben sie es nicht mit ihren eigenen Bildern so weit gebracht.

Die Website wurde gehackt, die untergeschobenen Seiten verlinken viele Bilder zu Suchbegriffen wie air jordan, jordans, new balance, nike air force, nike air max, nike roshe run, schuhe nike, … und ranken damit in der Bildersuche. Klickt man auf eines der Suchergebnisse, wird man zu einem Verkaufsseite weitergeleitet.

Bidox 2016/09: gera-ident.de (Rankings Platz 1)

Bilderspam auf gehackten Seiten

Neu ist das Problem nicht, bereis 2011 und Anfang des Jahres hatte ich darüber berichtet. Wobei die gehackten Websites 2011 vorzugsweise zur Verbreitung von Schadsoftware genutzt wurden.

Gut, daß Seiten gehackt werden, ist erstmal nicht das Problem von Google. Würde Google in der Bildersuche aber nicht immer noch die Hotlink-Sites so gut ranken, würde das Konzept der Hacker/Spammer nicht aufgehen und an Attrakrivität verlieren.

Schaut man sich die Suchergebnisse zu den Schuh-Keywords an, tauchen auch weitere Domains auf (z.B. feuerwehr-todtnau.de, zentralmoschee-koeln.de, gitarre-hersbruck.de), auf deren Seiten wohl eigentlich keine Nikes verkauft werden sollen.

Seltsam finde ich auch pferdeversicherungen-kagel.de und australien-spezi.de, obwohl es dort keine Hotlinks sind. Die Bilder liegen auf der selben Domain, wie die Seiten. Wurde hier die komplette Domain „übernommen“ oder sind es expired Domains, die jetzt anders genutzt werden? Gegen letzteres sprechen die DENIC-Einträge der Domaininhaber, die erstmal unverdächtig aussehen.

Aufsteiger fotocommunity.de

Bidox 2016/09: fotocommunity.de

Wie man sieht, ist die Fotocommunity kein wirklicher Aufsteiger. Es wurden nur die Verluste der vorletzten Woche zumindest zum Teil ausgeglichen. Was ganau passiert war, kann ich nicht sagen. Vielleicht gab es ein technisches Prolem.

Die Bidox-Absteiger der Woche

bidox Verlierer KW 09/2016

Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. So haben drei der .xyz-Spam-Seiten alle Rankings (also 100%) verloren. Gut so.

Auf den Plätzen 4 bis 6 folgen drei gehackte Seiten mit den schon oben erwähnten Schuh-Bildern. Für diese Seiten gibt es noch ein paar Rankings. Immerhin hat rekers-beton.de soger zwei eigene Bilder zum Suchbegriff terrassenplatten in der Bildersuche (Platz 21 und 62), die auch weiterhin bestehenn bleiben dürften.

Bidox 2016/09: belchen-seilbahn.de

Erschreckend ist, wie lange sich belchen-seilbahn.de mit den gehackten Seiten in der Bildersuche gehalten hat, ganz 10 Wochen. Ich hatte sie schon in meinem Artikel von Anfang des Jahres erwähnt.

Google zeigt diese Seiten in der normalen Suche als „möglicherweise gehackt“ an. Bekommt man darüber ein Meldung in den Webmaster-Tools? Nur wenn die Seiten gar nicht bei den WMT angemeldet sind…

Sollte ich dann besser die Seitenbetreiber informieren, wenn ich solche gehackten Seiten entdecke?

Absteiger weknowyourdreamz.com

Auf den ersten Blick sieht die Seite unverdächtig aus. Aber sie hat schon eine Vorgeschichte, denn es ist die Reinkarnation von weknowyourdreams.com, nun mit z an Stelle von s am Ende.

Bidox 2016/09: weknowyourdreamz.com

Nachdem die Vorgänger-Seite in der 2. KW 2016 ganz abgestürzt war, wurde alles flux mit einer neuen Domain wieder aufgebaut und die Rankings kamen schnell zurück.

Die Website ist zwar keine klassische Hotlink-Farm, sondern speichert die geklauten Bilder selber. Aber ob gehotlinkt oder kopiert, das macht beim Ranking in der Google-Bildersuche praktisch keinen Unterschied. Es funktioniert beides immer noch bestens.

Website weknowyourdreamz.com – Bilder und Werbung

Das ganze ist als Traumdeutung getarnt und damit man auch noch Promis unterbringen kann, gibt es auch noch eine Rubrik „Horoskop“. Daß es aber eigentlich um die Bilder geht, sieht man auf der Beispielseite ganz gut. Erstmal kommen die Bilder und die Werbung „above the fold“ und dann der Rest. Es werden pro Keyword ca. 50 Bilder eingebunden und auf mehrere Unterseiten verteilt.

Der nächste in der Liste, dreamatico.com, hat ein ähnliches Konzept. Es geht zwar noch etwas mehr um die Texte, die Bilder stehen nicht so im Vordergrung und kommen erst nach dem Text. Aber auch hier sind die zusammengesammelten Bilder ein wichter Faktor, um Besucher auf die Seiten zu locken.

Google Bildersuche Wochenrückblick 2016/09

Es sieht so aus, als hätte Google das Problem der großen Hotlink-Farmen mit .tk und .xyz Domains etwas besser im Griff. Oder die Betreiber haben einfach keine Lust mehr, mit den Seiten ständig auf neue Domains umzuziehen. :-)

Ein großes Problem sind weiterhin gehackte Seiten, die über die Bildersuche Besucher anlocken und dann auf dubiose Verkaufsseiten weiterleiten.

Schwer als Spam zu erkennen sind Seiten mit kopierten Bildern, die unter dem Deckmantel seriöser Inhalte (Traumdeutung, Horoskop) ihr Unwesen treiben.

Mal sehen, was sich nächste Woche, nach der SEP-Campixx, so getan hat…

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Bilder-Hotlink-Spammer werden immer dreister

Bilder Hotlinkfarmen

Die normalen Bilder-Hotlinkfarmen mit den .xyz- und .tk-Domains binden üblicherweise 5 bis 10 Top-Bilder aus der Bildersuche auf ihren Spam-Seiten ein. Manchmal gibt es noch ein bißchen Text dazu, aber das war es dann auch schon.

Etwas anders sieht das im folgenden Beispiel aus.

Bilder-Spam Schokolade (versteckt)

Wenn man über die Google-Bildersuche auf eine Seite wie oben zu sehen kommt, wird man erstmal stutzig.

Gut, das in der Bildersuche angezeigte Bild ist dort nicht mehr zu sehen, es wurde scheinbar auf Grund von Urheberrechtsproblemen entfernt. Dann ist ja alles bestens, könnte man meinen.

Aber denkste, das Bild ist zwar für den Benutzer nicht sichtbar, aber trotzdem noch vorhanden (war es schon immer). Der Google-Bot „sieht“ es auch und Google schickt deshalb die Suchenden zu dieser Hotlink-Spam-Seite, und nicht zur eigentlichen Seite mit dem Bild.

Und es ist nicht nur ein Bild, es sind deren 300, die auf den Seite pro Suchbegriff verhotlinkt werden. Damit der Nutzer sie nicht sieht, sonder nur diesen „Foto auf Antrag des Inhabers der Urheberrechte entfernt“-Blödsinn, befinden sich alle Bilder in einem großen div-Element, das per css mit position:absolut und top:-999999px „unsichtbar“ gemacht wurden.

Nimmt man die css-Positionierung weg, sieht das Ganze so aus:

Bilder-Spam Schokolade

Wobei der Screenshot nur die ersten Bilder zeigt, der „Pearl Crescent Page Saver“ stürzt beim Speichern der ganzen Seite ab. Auch „Full Page Screen Capture“ in Chrome scheitert an der riesiegen Seite mit den vielen Bildern.

Google DMCA-Beschwerdestelle ausgetrickst

Es gibt nicht viele Möglichkeiten, gegen diesen massiv zugenommenen Bilder-Hotlink-Spam vorzugehen.

Man kann bei Google einen Spam-Report erstellen, der aber praktisch gar nicht bewirkt. Man kann die Seiten im Google-Webmasterforum verpetzen und falls Sven das mitbekommt, werden solche Seiten eventuell manuell aus dem Index entfernt.

Oder man reicht eine DMCA-Beschwerde bei Google ein. Dort muß man das Bild beschreiben, eine URL für eine autorisierte Verwendung des Bildes und die URL mit der Urheberrechtsverletzung angeben.

Ich weiß jetzt nicht genau, wie die eingereichten Daten bewertet werden, aber wenn da eine Mensch sitzt und sich die URLs ansieht, wird er den Antrag vermutlich ablehnen, weil er das Bild auf der urheberrechtsverletzenden Seite nicht finden kann.

Erschwerend kommt hinzu, daß die Bearbeitung 10 Tage bis 2 Wochen dauert und bis dahin die Spammer schon längst auf eine neue Domain umgezogen sind. :-(

Dabei wäre die Lösung so einfach.
Google muß einfach aufhören, derartige Hotlinkseiten so gut zu ranken. Der Ranking-Algorithmus der Google-Bildersuche ist zur Zeit krank, schwer krank, würde ich sagen. Ob es noch Hoffnung auf Genesung gibt, ist fraglich.

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Mit der Google-Bildersuche Schuhe verkaufen – so gehts

Gewinner in der Bildersuche

Im Bidox 53/2015 gibt es einen überraschenden Gewinner.

Bidox-Gewinner KW 53/2015

Noch vor den üblichen .tk-Hotlink-Farmen steht diesmal eine ganz normale DE-Website ganz oben. Das „Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik“ hat quasi aus dem Nichts einen Bidox von gut 37 Punkten und damit Platz 42 erreicht. Nicht schlecht, aber irgendwie verdächtig.

Schaut man sich die Suchbegriffe an, für die die Website in der Bildersuche rankt, wird man stutzig: air jordan, jordans, new balance, nike air force, nike air max, nike roshe run, schuhe nike, …

Verkauft das „Aachener Kolloquium“ etwa auch Schuhe?

Nein, die Seite wurde gehackt, wie so einige andere auch. Wenn man in der Bildersuche z.B. nach air max sucht, findet man auch Seiten wie „Engler Umzüge“ und die „Belchen Seilbahn“.

Der Klick auf eines der Bilder-Suchergebnisse führt dann entsprechend per Weiterleitung zu einer Schuhverkaufsseite.

Google-Suche: Aachener Kolloquium (gehackt)

In der normalen Suche warnt Google sogar, daß die Seite möglicherweise gehackt wurde. Diese Warnung wird in der Bildersuche allerdings nicht angezeigt.

Bilder-Hotlinks nutzen

Gehackte Seiten sind natürlich ärgerlich aber der Grund, warum das überhaupt in der Form gemacht wird und so gut funktioniert, ist der Hotlink-Bug im Ranking-Algorithmus der Google-Bildersuche.

Es ist ganz einfach. Man nehme die ersten 10 oder 15 Top-Bilder aus der Google-Bildersuche zu den gewünschten Suchbegriffen, erstelle ein paar Seiten, auf denen diese Bilder per Hotlink eingebunden werden und schon nach wenigen Stunden hat man gaaaanz viele Besucher auf seinen Seiten.

Den Traffic kann man nun per AdSense monetarisieren oder eben auch auf die eigentlichen Verkaufsseiten umleiten.

Der Erfolg ist praktisch garantiert.

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Hotlink-Spam-Seite schickt mobile Nutzer zu Sex-Portal

Zur aktuellen Hotlink-Spam-Seuche hatte ich bereits zwei Beiträge geschrieben:

Nun habe ich spaßeshalber mal eine der Spamseiten durch Googles PageSpeed Insights geschickt. Mal davon abgesehen, das der Desktop-Score mit 23/100 eher bescheiden ausfällt, hat mich das Ergebnis für die mobile Ansicht doch überrascht.

Zunächst gab es zweimal nur eine Fehlermeldung, daß die Seite nicht erreichbar ist. Bei meinem dritten Versuch sah das Ergbnis dann so aus:

Google PageSpeed: Hotlinkfarm fotb.xyz (mobile)

Der Wert fällt mit 51/100 auch nicht besonders gut aus. Viel interessanter ist aber die Seitenvorschau rechts im Bild.

Das hat mit der eigentlichen Spamseite mit den Bildern nicht mehr viel zu tun. Und Google-PageSpeed meckert prompt auch die vielen Umleitungen an. Über vier Zwischenstationen geht es schließlich zu einer Sex-/Dating-/Wasauchimmer-Seite.

Wahrscheinlich läßt sich über so eine Mehrfachumleitung viel mehr Kohle machen, als mit zwei AdSense-Bannern auf den normalen Seiten.

Tja, und Google schickt die Besucher immer wieder fröhlich auf die alle 24 Stunden neu aufgesetzten Spam-Domains.

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Bilder Hotlink-Spam, auch google.com in USA betroffen

Bildersuche grenzenlos

Kürzlich hatte ich vom Problem der Hotlink-Farmen in der Google-Bildersuche berichtet. Meine Angaben dort beziehen sich speziell auf die deutsche Bildersuche bei google.de. Nur dafür habe ich statistische Zahlen (bidox, bibeo, ranking 123) und im Allgemeinen interessiert mich die Bildersuche in den anderen Ländern auch nicht wirklich.

Nun gibt es aber teilweise Überschneidungen bei den Keywords in der deutschen und englischen Bildersuche. Klar, z.B. haben prominente Personen, Automarken und viele geografische Objekte die selben Namen in beiden Sprachen. Wer nach „Emma Watson“, dem „Audi R8“ oder „Long Beach“ sucht, tut das in beiden Sprachen mit den selben Suchbegriffen.

Also haben Hotlink-Farmen, die eigentlich auf den englischsprachigen Markt ausgerichtet sind, auch Treffer in der deutschen Bildersuche.

Hotlink-Farmen in der englischen Bildersuche

So bin ich auf die Website picturesofworld4.xyz gestoßen. Und siehe da, auch bei der Google-Bildersuche auf google.com zeigt sich ein ähnliches Bild, wie mit den .xyz. und .tk-Hotlinkfarmen auf google.de.

Bei der Suche nach „birthday cake“ tauchen dann auch weitere .xyz. und .tk-Domains (blau umrandet) auf. Die Screenshots hatte ich bereits gestern gemacht, heute sehen die Ergebnisse schon wieder anders aus.

Die picturesofworld4-Domain ist allerdings nicht in der Türkei registriert, sondern in Panama. Das dürfte aber kaum einen Unterschied machen. Ein rechtliches Vorgehen gegen die Hotlinker dürfte ähnlich aussichtslos sein.

Gut, überraschend ist das nun nicht, die Spam-Probleme machen eben auch vor Ländergrenzen nicht halt.

Und warum soll es den Amis besser gehen, als uns? :-)

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