Lange Zeit habe ich ja die Strato-Fahne hochgehalten. Als es früher noch viele Schwierigkeiten mit wenig PHP-Speicher und Safemode, nicht vorhandenem mod_rewrite, falscher Artikelreihenfolge oder ominösen Endlosweiterleitungen gab (zum Teil auch noch gibt), habe ich stets nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, diese meist gefunden und auch anderen, leidgeplagten Strato-Nutzern zur Verfügung gestellt.
Selbst über das fehlerhafte Datenbank-Backup konnte ich noch hinwegsehen, hat mich zwar geärgert, aber letztendlich war ich an der Sache ja selbst nicht ganz unschuldig. Schon länger stört mich allerdings die schlechte Gesamtperformance von WordPress auf meinem Strato-Sharedwebhosting-Paket. Nun hab ich zwar herausgefunden, daß es wohl nicht an einer langsamen Datenbank liegt, wie meist angenommen wird, aber wirklich helfen tut diese Erkenntnis auch nicht.
Hier kommt zunächst ein kleiner Exkurs in die HTTP-Statuscodes. Jeder Aufruf einer Webseite (Request) wird vom Server mindestens mit einem Statuscode beantwortet (Respond), Wenn z.B. alles in Ordnung ist, kommt ein Status 200 OK zurück. Bei Fehlern gibt es mehrere Möglichkeiten, normale Fehler werden mit einem 4xx-Code beantwortet, zwei davon will ich kurz erläutern.
404 Not found
Der wohl am häufigsten auftretende Fehlercode dürfte 404 Not Found sein:
404 Not Found
The requested URL /blafasel was not found on this server.
Das dürfte wohl in der oder anderer Form jeder schon mal gesehen haben. Dieser 404 ist ein sehr allgemeiner Fehlercode. Der Server hat zwar einen technisch gesehen einwandfreien Request erhalten, kann aber das Gewünschte aus nicht näher bekannten Gründen nicht finden. Möglicherweise hat der Nutzer nur eine falsche URL in der Adresszeile der Browsers eingetippt oder der Webmaster der Seite versehentlich eine Datei gelöscht.
Der Aufrufende darf aber gern später noch mal probieren, ob der Fehler vielleicht nicht mehr auftritt.
410 Gone
Ganz ähnlich, aber von der Bedeutung her anders ist der Fehler 410:
410 Gone
The requested resource /blafasel is no longer available on this server and there is no forwarding address. Please remove all references to this resource.
Auch hier ist der Request technisch OK. Das Gewünschte gab es zwar mal, es ist aber absichtlich entfernt worden. Spätere Anfragen sind zwecklos, das Gesuchte wird es hier nicht mer geben.
Diesen Fehlercode 410 sendet der Webserver nicht einfach so, das muß vom Webmaster schon explizit und bewußt so konfiguriert sein.
Es kann durchaus sinnvoll sein, den Code 410 zu übermitteln, z.B. dann, wenn man nicht möchte, das eine Seite oder ein Bild weiterhin in den Suchergebnissen der Suchmaschinen erscheint. Und man teilt dem interaktiven Nutzer einfach mit, daß er sich keine Hoffnungen machen braucht, die Seite irgendwann mal wieder zu Gesicht zu bekommen.
DNS-Umleitung bei Strato
Weil die Seite hier nun immer so langsam ist, dachte ich mir, sie einfach per DNS auf einen schnelleren Webserver aufzuschalten. Das geht im Strato Kundenmenü auch ganz einfach mit Einstellungen->Domainverwaltung->DNS-Verwaltung. Eine andere IP-Adresse für den A-Record eintragen, fertig. Der folgende Hinweis wird angezeigt:
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass Änderungen an diesen Einstellungen auf Grund der dezentralen Struktur von DNS, erst spätestens 24 h nach Aktivierung vollständig aktiv sein werden.
Gut denke ich, das ist auch kein Problem, schließlich liegen auf dem alten und neuen Server identische Kopien des Blogs. Dann wird halt erstmal noch die Seite bei Strato aufgerufen, ist auch kein Beinbruch.
Aber denkste! Als ich nach fünf Minuten probieren will, ob die DNS-Server vielleicht schon aktualisiert sind, das geht eigentlich meist recht schnell, sehe ich nur das:
410 Gone
The requested resource / is no longer available on this server and there is no forwarding address. Please remove all references to this resource.
Schock! Was soll das denn bitte? Warum wird nicht allen noch bei Strato eingehenden Requests für schnurpsel einfach alles wie bisher angezeigt, ich habe da doch nichts gelöscht.
Nö, stattdessen wird den Nutzern und Suchmaschinen-Bots mitgeteilt:
„Ja, hier bei Schnurpsel gab es mal was, das ist aber alles auf nimmer Wiedersehen verschwunden, hat sich aufgelöst, ist ins Web-Nirwana entfleucht. Kommt am Besten gar nicht mehr wieder, hier ist eh nichts mehr zu holen.“
Super, nicht auszudenken, wenn die DNS-Server tatsächlich erst nach 24 Stunden aktualisiert worden wären. Glücklicherweise hat es nur eine halbe Stunde gedauert, aber ein Ding ist es schon, was Strato da einfach macht. Bei meiner Testseite hier ist das kein Drama, wer aber eine richtige, wichtige Webseite bei Strato hostet, kann schon Probleme bekommen.