Das ganze Internet ist ein riesiges Archiv. Insofern ist an der Quellenangabe zu einem Foto im TAZ-Artikel „Die Politik des Bananenkönigs“ auch nichts auszusetzen. :-)
Gefährliches Brötchen
Vor einigen Wochen hatte ich über Hotlinks von gehackten Seiten berichtet, irgendwann kam die Sache auch in einer breiteren Öffentlichkeit an. Allerdings konnte ich diese gefährlichen Bildersuchergebnisse nicht in freier Wildbahn beobachten, meine Beispiele waren eher konstruiert und kaum praxisgerecht.
Böses Brötchen
Gestern bekam ich den Hinweis auf ein Brötchenbild, „mein“ Brötchenbild, das auf eine gehackte und verseuchte Seite führt. Allerdings wird die gefährliche Zielseite nur bei der Bildersuche über google.com und in der Sprache Englisch (hl=en) angezeigt.
Wenn man die Zielseite direkt aufruft, sieht sie wie in der nebenstehenden Abbildung aus, eine unstrukturierte Ansammlung von Wörtern und Bildern. Auch der Google-Bot bekommt diese Seite angezeigt und findet natürlich jede Menge themenrelevante Inhalte.
Klickt man bei der Bildersuche auf das Brötchen, erkennt die Seite im Referer, daß man über die Google-Suche kommt und leitet einen auf eine Seite wie diese um. Hier ist man dann nur noch einen Klick von schädlicher Software entfernt.
Google versagt
Mal davon abgesehen, ob Google die Zielseiten-Weiterleitung als Malware und Scareware erkennen sollte oder nicht, liegt das eigentliche Problem darin, daß diese Seiten überhaupt in die Suchergebnisse gelangen. Das hat mit Qualität und bestmöglichem Suchergebnis nicht mehr viel zu tun.
Die Google-Bildersuche krankt immer noch daran, daß es hotlinkende oder zusammengeklaute Bilderseiten praktisch mühelos in die SERPs schaffen, die ursprünglichen Bilder bzw. Zielseiten einfach ersetzen und verdrängen. MayDay- und Panda-Update gut und schön, das sollte dann aber bitte auch mal auf die Bildersuche ausgedehnt werden.
Bilderklau in großem Stil mit neuer Qualität
In der Reihe „Geld verdienen im Internet“ hatte ich schon ein paar Pseudo-Suchmaschinen oder „Bildersuchmaschinen“ vorgestellt, die mit ordentlich viel Werbung zugpflastert sind und den Betreibern mehr oder weniger leicht verdientes Geld in die Kassen spülen. Dabei wurden z.B. Bilder normalerweise per Hotlink eingebunden.
Auch einige Pseudoblogs bei bloggum.com oder bloguez.com haben „Artikel“ mit gehotlinkten Bildern vollgestopft. Wirklich erfolgreich in den Google-Bildersuchergebnissen waren diese Seiten nach meiner Beobachtung jedoch nicht.
Alte Bilder neu verpackt
Zum ersten Mal aufgefallen war mir die Seite neubilder.org bei meinem Katzenbild (derzeit auf Platz 8).
Aber auch das Top-Bild bei der Google-Katzenbilder-Suche zeigt auf eine ganz ähnliche Adresse (neuebilder.net). Das kam mir verdächtig vor und so habe ich mir die Seiten angesehen.
Technisch gesehen sind diese Seiten WordPress-Blogs mit allen Eigenschaften wie Kategorien und Tags. Inhaltlich werden vermutlich automatisch oder teilautomatisch die Bilder aus der Google-Bildersuche abgegriffen und, das ist neu, die Originalbilder lokal als Kopie gespeichert. Dazu kommen ein paar passende Stichwörter und natürlich jede Menge AdSense-Werbung. Fertig ist der „Artikel“.
Update 24.06.2011: Mittlerweile ist noch die weitere Seite bildbilder.org aufgetaucht, welche auch bereits viele Bilder an guten Positionen in der Bildersuche hat.
Update 15.07.2011: Inzwischen sind die Domains offline und die Bilder entsprechend aus den SERPs in der Google-Bildersuche verschwunden.
Kopie zieht bei Google besser als Hotlink
Die neue Qualität und der Erfolg ergeben sich aus der Art der Bilderverwendung. Diese werden nicht als Hotlink von der Originalseite eingebunden, sondern als 1:1-Kopie auf der eigenen Seite abgelegt.
Das kostet zwar Speicherplatz und Bandbreite, wird von Google aber höher gewertet und hat zudem den Vorteil, möglicherweise nicht so schnell entdeckt zu werden.
Die Hotlinks erzeugen ja Traffic und Logeinträge, so daß ein aufmerksamer Webmaster das schnell bemerkt und gegebenfalls mit einer Hotlink-Abwehr gegensteuern kann. Bei den Kopien ist man hingegen praktisch machtlos.
Die Kopie ersetzt in den Bildersuche-SERPs das Originalbild. Wie gut das funktioniert, kann man exemplarisch auch an den Hunden, Blumen und Rosen sehen.
Bei den Suchbegriffen Blumen und Rosen haben es bereits vier bzw. fünf geklaute Bilder auf die erste Trefferseite geschafft.
Google macht alles richtig
Ein Google Leitspruch lautet ja sinngemäß, daß sie die für den Nutzer besten Suchergebnisse mit dem größten Mehrwert liefern wollen. Insofern ist so eine zusammengeklaute Bildergalerie schon das optimale Ergebnis für den Bilder-Suchenden.
So hat er alle wichtigen Bilder gleich auf einer Seite und muß sich nicht erst durch viele verschieden Seiten mit vielleicht jeweils nur einem oder zwei Bildern klicken.
Aus Benutzersicht ist es also zu begrüßen, daß die Treffer dieser Bilderdiebe-Seiten die Einzelergnisse in den SERPs ersetzten. Für die Webmaster und Urheber der Bilder ist das zwar nicht gerade schön, aber für Google stehte der Suchende im Mittelpunkt. Pech gehabt, so ist das Leben.

Google Bildersuche – noch mehr Bilder bei „Weitere Größen“
Eine Funktion der neuen Google-Bildersuche fand ich schon länger sehr gelungen: „Weitere Größen„. Eigentlich müßte die Funktion „Weitere Versionen“ heißen, denn sie zeigt Bilder, die dem Ausgangsbild deutlich mehr entsprechen, als nur „ähnliche Bilder“. Die Ergebnisse veriieren nicht nur in der Bildgröße im Sinne von Breite und Höhe, sondern auch im Bilddateityp und der Dateigröße.
So viele Treffer wie im obigen Beispiel mit einem meiner Bananen-Bilder gab es bis vor wenigen Tagen allerdings noch nicht. Die Zahl der Bilder hat erheblich zugenommen. Kürzlich gabe es zu den meisten meiner Bilder bestenfalls 2 bis 5 weitere Größen, jetzt sind es ja nach Bild oft eher 20 bis 50 Varianten, die angezeigt werden.
Ob Scheine, Bananen, Erdbeere oder Katzen, so viele Treffer gab es früher nicht.
Interessant ist auch die Herkunft der Bildkopien, beim Überfliegen habe ich öfter kleinanzeigen.ebay, facebook und auch viele ausländische Seiten gesehen.
Es scheint so, als hätte Google den Einzugsbereich für die Bildersuche deutlich erweitert.
Bei den Katzen ist mir noch etwas aufgefallen. Wurden früher auch (ganz lustige) Bilder mit doch größerer Abweichung vom Ausgangsbild präsentiert, so ist die Übereinstimmung nun deutlich größer. Dadurch werden zwar einerseits Fehler vermieden, andererseits findet man kaum noch Bilder, die durch inhaltliche Veränderungen des Ursprungsbildes enstanden sein.
Bei der Google-Bildersuche tut sich was, immer noch oder schon wieder. Zwar hat sich in den letzten Tagen der Googlebot-Image etwas rar gemacht, dafür gibt es wieder die Google Echtzeit – Statusupdates wieder mit BildernBilder in Google-Echtzeit–>, die Rankings in der Bildersuche sind in Bewegung und es werden mehr Bilder bei „Weitere Größen“ abgezeigt. Mir solls recht sein.
Google Echtzeit – Statusupdates wieder mit Bildern
Seit fast einem Jahr zeigt Google-Echtzeit, damals noch Statusupdates genannt, auch Bilder an, die z.B. in Twitter-Tweets verlinkt werden.
Etwa Mitte März war mir aufgefallen, daß zumindest meine Bilder bei Google-Echtzeit nicht mehr angezeigt wurden.
Zunächst dachte ich es liegt vielleicht an meiner Domain, aber auch Bilder von anderen Seiten oder TwitPic erschienen nicht bei meinen Statusupdates. Auch bei meinem Twitter-Zweitaccount wurden keine Bilder ausgegeben. Irgendwie hatte ich dann die Sache mit den Bildern in Google-Echtzeit schon abgehakt.
Gestern Abend konnte ich es mir nicht verkneifen, mal schnell noch passend zu den aktuellen Twitter-Trends Gurken und Salat einen kurzen Tweet mit zwei Bildern abzusetzen. Überraschenderweise wurden diese Bilder bei Google-Echtzeit angezeigt, und zwar sogar alle beide. Heute hatte ich dann noch das Tomatenbild nachgelegt, auch das ist bei Google zu sehen.
Was nun genau in den letzten zwei Monaten der Grund für Googles Echtzeit-Bilder-Abstinenz war, kann ich nicht sagen. Zumidest freut es mich, daß die Bilder wieder bei Google-Echtzeit angezeigt werden. Mal gucken, ob das auch in Zukunft so bleit.
